Tagungen

 

Hier finden Sie Berichte zu Tagungen, die wir  zum Themenfeld Sterben, Tod und Trauer organisiert haben. 


 

Bericht zur Tagung

 

ERKUNDUNGEN DES UNGEWOHNTEN 

 

Empirisches Forschen in außergewöhnlichen Kontexten

 

Universität Passau, 11./12. Juni 2021

Am 11. und 12. Juni 2021 fand die an der Universität Passau organisierte sozialwissenschaftliche (Online-)Fachtagung »Erkundungen des Ungewohnten« statt. Thematisch rückten die Organisatoren Thorsten Benkel und Matthias Meitzler verschiedene Dimensionen der empirischen Befragung und theoretischen Reflexionen des sonst Unbefragten in den Fokus.

 

Eröffnet wurde die Tagung durch einen Vortrag von Thorsten Benkel (Passau) über die Erforschung des Verborgenen: Zum einen werde durch Wissen und dessen Generierung auch immer das (Noch-)Nicht-Gewusste bzw. potenziell Wissbare vergegenwärtigt, und der serendipity effect zeige, dass auch das Feld ungefragt Antworten liefert, die das Fremdverstehen herausfordern können. Zum anderen existiere das Problem des Übergangs von der wissenschaftlichen Sinnwelt in die des Alltags. Matthias Meitzler (Passau) veranschaulichte, was ungewöhnlich erscheinende Forschungsgegenstände sowie Forschungspraktiken im Feld bedeuten. Die Enttäuschung feldexterner Normalitätserwartungen könne nicht nur bei den Forschenden, sondern auch bei den Rezipient*innen von Forschungsergebnissen für Irritation sorgen.

 

Michael Ernst-Heidenreich (Koblenz) stellte seine Forschungsperspektive situativer Nicht-Alltäglichkeit für die Erforschung von aus Irritationen hervorgehenden Dynamiken vor. Alltag sei von der situativen Nichtalltäglichkeit zu unterscheiden, weil letztere räumlich, sozial und zeitlich verdichtete und auf das Hier und Jetzt fokussierte Situationen bestimme, die den Nährboden neuer Beziehungen, Formationen und intersubjektiver Bedeutungszumessungen bilde. Melanie Pierburg (Hildesheim) ging in ihrem Vortrag dem ungewohnten Selbst im wissenschaftlichen Kontext auf den Grund. Zunächst bestimmte sie Alltag sozialphänomenologisch als Modus der selbstverständlichen Weltauslegung und das Ungewohnte als eine gescheiterte Auslegung in ein lebensweltliches Passungsverhältnis. Am Beispiel der ehrenamtlichen Sterbebegleitung veranschaulichte sie, wie das Ungewohnte im Rahmen einer autoethnografischen Vignette zum Vorschein kommen kann. Christoph Nienhaus (Bonn) legte dar, dass eine rechtssoziologische Perspektive mehr als die Unterscheidung zwischen erlaubt/nicht erlaubt gewährleiste und verschiedene soziale Ordnungen einzelner, ungewohnter Felder einer pluralisierten Gesellschaft in den Blick nehmen könne. Um die Entstehung und Aufrechterhaltung sozialer Normen, wie ihrer Abweichung zu erklären, müsse Recht als Kultur verstanden werden. Am Beispiel der COVID-19 Pandemie schilderten Julia Huber und Nadine Müller (beide Jena), wie diese ein das Ungewohnte antizipierende und simulierende Forschungsvorhaben verhinderte und wie sich daraus neue Fragen zum Verhältnis von antizipierten und realen Herausforderungen forschungspraktisch einstellen.

 

In der abendlichen Keynote entfaltete Manfred Prisching (Graz) am Beispiel von drei Phänomenen einige Thesen zur Relation von Alltag und Irritation. Erstens offenbarte die Reflexion über den Alltag in der Schlussepoche der Habsburger Monarchie, dass ein individuell gewöhnlicher Alltag verschieden zu anderen Alltagen unterschiedlicher Milieus desselben Imperiums sein kann und untereinander nicht immer Anschlussfähigkeit besteht. Zweitens konkretisierten autoethnografische Reflexionen über das einwöchige Festsitzen in einem Hotel in New Orleans während des Hurricans Catharina im Jahr 2005 das Ausmaß der Verunsicherungen durch die Darstellung der gestörten, ehemals normalen Erwartungsbildung. Drittens ließ sich aus der durch die COVID-19 Pandemie irritierten Gewohnheiten ab 2020 ein Gradualismus der Unterscheidung zwischen gewohnt und ungewohnt ableiten, der sich in der (De-)Legitimation von Freiheitsbeschränkungen äußere.

 

Den zweiten Tag eröffnete Ingmar Mundt (Passau) mit einem Blick auf die unbekannte Facette der Zukunftskonstruktion. Gegenwärtige Zukünfte seien zwar hinsichtlich ihrer Möglichkeiten offen, aber die zukünftige Gegenwart sei durch vergangene und gegenwärtige Entscheidungen vorstrukturiert. Frank-Holger Acker (Hannover) präsentierte die Analyse eines ungeplanten autoethnographischen Krisenexperiments. Als Polizist und promovierter Soziologe wollte er durch die Realisierung eines Lehrauftrags am wissenschaftlichen Diskurs teilnehmen. Dem stand jedoch ein vom ASTA eingelegtes Veto gegenüber. Durch eine Differenzierung in Massenkommunikation, Hinter- und Vorderbühne rekonstruierte er den Kommunikationsverlauf mit Blick auf Ereignisse, Inhalt, Zeitpunkt, involvierte Akteure und die Relationen dieser Aspekte zueinander.

Der Vortrag von Julia Sellig (Passau) gab Einblicke in die Kopplung zwischen selbstlernender Medizintechnologie und Diabetiker*innen. Die Aufnahme der Körperdaten von dem selbstlernenden System stelle eine einseitige Einleibung dar, die zu einer wechselseitigen Einleibung werde, wenn und weil sie den Nutzenden eine leibliche Gewohnheit biete. Ekkehard Coenen (Weimar) diskutierte seine Untersuchungen zu im Darknet veröffentlichten Gewaltvideos und zeigte, dass die Kommunikation über Gewaltvideos von unterschiedlichen feldinternen wie -externen Akteuren durch eine Verrätselung und Akzentuierung der Abweichung gekennzeichnet ist. 

 

Mit dem Phänomen der Abweichung war auch Christian Thiel (Augsburg) in seiner Forschung über betrügerische Praktiken konfrontiert. Soziolog*innen seien in diesem Feld mit der Herausforderung konfrontiert, zwischen strategisch gesetzter Wirklichkeit und nicht an intersubjektive Deutungen anschließbare subjektive Wirklichkeit zu unterscheiden. Leonie Schmickler (Passau) thematisierte den weiblichen Intimbereich als Austragungsort gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse. Die Unwissenheit über die Beschaffenheit des Vaginalkränzchens, patriarchalische Gesellschaftsstrukturen und die medizinische Hymen(re)konstruktion hielten den Mythos vom Jungfernhäutchen indes aufrecht. In diesem Sinne liege das Problem nicht im Schoß der Frau, sondern in den gesellschaftlich vermittelten Selbst- und Weltverhältnissen.

Teresa Geisler (Berlin) beleuchtete in ihrem Vortrag, wie und warum sich das Phänomen Chemsex von anderen Formen des Geschlechtsverkehrs unter Substanzgebrauch unterscheidet. Ausschlaggebend hierfür seien die Dimensionen Vulnerabilität, Risiko, Lust, Technologie und Versagen der Autoritäten. Chemsex könne als Versuch einer (schwulen) Kollektivierung von intimen Erfahrungen unter neoliberalen Bedingungen verstanden werden. Den Tagungsabschluss bildete der Vortrag von Andreas Ziemann (Weimar), der die ethnografische Arbeit zur Steuerfahndung im Bordell vorstellte. Anhand von Beispielen aus dem Feld legte er dar, inwiefern Interaktionen mit feldexternen Akteuren vorstrukturiert sind und die beobachtete Berufspraxis einer ständigen Selbstdisziplinierung unterliegt.

 

Die Tagung ließ eine große Brandbreite ungewöhnlicher Forschungssituationen und -gegenstände erkennen. Unfreiwillige Autoethnografien krisenhafter Situationen wurden ebenso anschaulich dargestellt, wie die forschende Störung der Normalitätskonzepte des Feldes. In diesem Sinne wurden sowohl Einblicke in als ungewöhnlich geltende Phänomene geboten als auch reflektiert, welche Herausforderungen sich daraus für die (ethnografische) Forschungspraxis und die Forschenden ergeben.

 

von Isabelle Bosbach 


 

Bericht zur Tagung

 

STERBLICHKEIT UND ERINNERUNG

 

Soziale Gedächtnisse am Lebensende

 

Universität Passau, 11./12. März 2021

Am 11. und 12. März 2021 veranstalteten Thorsten Benkel und Matthias Meitzler (beide Passau) gemeinsam mit Oliver Dimbath (Koblenz) die Online-Tagung »Sterblichkeit und Erinnerung«, welche zugleich als Jahrestagung des Arbeitskreises »Gedächtnis – Erinnern – Vergessen« der DGS-Sektion Wissenssoziologie fungierte.

 

Nach der Begrüßung durch die Veranstalter hielt Thorsten Benkel den Eröffnungsvrtrag über Gedächtnispolitik. Institutionen und Rituale des (Nicht-)Erinnerns. Zunächst thematisierte er das Vergessen, welches kein bewusster Akt sei, allerdings oftmals soziale Sanktionen nach sich ziehe. Die Relevanz des individuellen Gedächtnisses zeige, dass Erinnerung mit persönlichen Erfahrungen verknüpft ist. Auch aktives Vergessen, zu dem u.a. die Verdrängung des eigenen Sterbens und das geliebter Mitmenschen gehöre, sei eine soziale Facette von Erinnerung. Ist ein Mensch gestorben, so kann er durch ständiges Erinnern, also durch Gedächtnisrepräsentation, weiterhin sozial präsent bleiben. Auf diese Weise sind die Toten für eine Weile noch im Zugriff der Lebenden.

 

Im ersten Panel »Abschließen als Vorbereitung des Sterbens« thematisierte Sarah Peuten (Augsburg) in ihrem Vortrag Würdezentrierte Therapie. Über gelingendes Erinnern am Lebensende die hospizlich-palliativen Ideale des Sterbens. Die Individualisierung wirke sich hier auch auf das Sterben aus. Je mehr Gestaltungsoptionen sich diesbezüglich ergeben, desto weniger werde Sterben schicksalhaft betrachtet und stattdessen symptomkontrolliert „gemacht“. Es sei folglich kein Schicksal, sondern ein »Mach-sal«, bei dem der Patient zum Co-Produzenten seines eigenen Ablebens werde. Im Rahmen von Interviews können Sterbende dazu gebracht werden, sich zu erinnern, wodurch ein wohlwollender Lebensrückblick entsteht. Durch (zu) enge Führungen gehen differente Lebensstile, Wertvorstellungen und Bedeutsamkeiten jedoch verloren, so Peuten. Die würdezentrierte Therapie fungiere als erinnerungsbezogene Selbsttechnik. Sie befriede, harmonisiere, selektiere und helfe dem sich Selbst-Erinnern und dem Erinnert-Werden. Dies sei eine spezifische soziale Gedächtnisordnung.

 

Melanie Pierburg (Hildesheim) beschäftigte sich in ihrem Vortrag ,Auch ihr erinnert euch.‘ Biografische Repräsentationen in der Hospizausbildung mit Hospizvorbereitungskursen für ehrenamtlich Beschäftigte und der Frage, wie Erinnerung in diesem Kontext als biografische Ressource genutzt wird. Dabei erörterte sie, inwiefern Erinnern und Erinnerungen den Hospizkurs durchziehen und sozial konstituiert sind. Laut Pierburg dienen viele Übungen dazu, eine affirmative Haltung in Sterbesituationen vorzubereiten. Das Erinnern vollziehe sich damit in einer didaktisch gerahmten Kommunikationssituation, welche das biografische Memorieren zum Vermittlungsgegenstand erhebe, der auf die sterbebezogene Interaktion der Begleitung gerichtet sei.

 

Das zweite Panel war dem Themenfeld »Bestattungs- und Sepulkralkultur« gewidmet und startete mit Matthias Meitzlers Vortrag Der Friedhof als Gedächtnisraum. Am Beispiel zeitgenössischer Friedhöfe thematisierte Meitzler den Zusammenhang von postmortaler Individualisierung, Sterblichkeit und Erinnerung. Friedhöfe, so Meitzler, geben dem sozialen Gedächtnis einen begehbaren Raum, sie sind somit nicht allein Lagerstätten für tote Körper, sondern erfüllen noch weitere Funktionen, u.a. als Orte des Abschieds, ritueller Handlungen sowie der parasozialen Zuwendung zu den Verstorbenen. Unter Berufung auf empirische Forschungsarbeit (mit über 150 qualitative Interviews im Bestattungskontext und mehr als 1.200 analysierten Friedhöfen) veranschaulichte Meitzler, dass der Friedhof immer mehr zum Schauplatz von Lebensreferenzen werde und sprach in diesem Zusammenhang von postexistenzieller Existenzbastelei und postmortaler Imagekonstruktion. Gerade unter neueren Gräbern fänden sich zunehmend Verweise auf Freizeitkontexte, auf populärkulturelle Inhalte oder Alltagsartefakte, die mit den Verstorbenen assoziiert werden. Ferner ging Meitzler auf das von Thorsten Benkel entwickelte Konzept der zwei Körper der Toten ein: Während der erste Körper für die Leiche stehe, die aus dem sozialen Umfeld ausgegliedert werde, um letztlich im Grab zu verschwinden, sei der zweite Körper als Repräsentant der lebendigen Vergangenheit der Verstorbenen für die (Erinnerungen der) Hinterbliebenen weiterhin sozial relevant.

 

Leonie Schmickler thematisierte in ihrem Vortrag Materielle (Un-)Vergänglichkeit. Die symbolische Umdeutung von Artefakten im Trauerprozess den sogenannten Erinnerungsdiamanten, welcher aus der Kremationsasche von Verstorbenen hergestellt wird. Aufgrund der in Deutschland geltenden Friedhofspflicht erfolgt die Produktion in der Schweiz, jedoch sind viele deutsche Bürger Kunden des Anbieters. Durch telefonische Interviews und Feldaufenthalte vor Ort wurde deutlich, dass die Diamanten für viele Hinterbliebene nicht nur ein Schmuckstück darstellen, sondern auch eine Art transformierte Fortexistenz der verstorbenen Person bedeuten. Diese bleibe über den Diamanten adressier- und berührbar und erhalte zugleich einen Symbolwert, der nicht lediglich im materiellen Wert des Edelsteins aufgehe. Insofern verwundere es nicht, wenn der Verlust des Aschediamanten mit einem erneuten Verlust des Verstorbenen gleichgesetzt werde.

 

Das dritte Panel zu »Formen des Gedenkens« wurde von Jan Ferdinand (Berlin) mit seinem Vortrag Die Toten leben in uns, wir mit den Toten weiter. Zum Übergang vom kommunikativen ins kulturelle Gedächtnis bei Jan Assmann eingeleitet. Im Fokus stand die Charakterisierung von Jan Assmanns Denkweise und seines Begriffs des kulturellen Gedächtnisses. Assmann mache geltend, so Ferdinand, dass der Rekonstruktionscharakter von Erinnerungen nicht alles sein könne: Auschwitz beispielsweise sei schwer zu erinnern, aber unmöglich zu vergessen. Ferdinand verband Assmann ferner mit der Theorie von Maurice Halbwachs und thematisierte das mythische Element in Assmanns Ausführungen, um danach eine Charakterisierung des Assmann‘schen kulturellen Gedächtnisses als religiöses Gedächtnis vorzulegen. Die Gesellschaft sei, so Ferdinand, nichts anderes als ein Gedächtnis, das die längste Zeit der Menschheitsgeschichte genau genommen ein religiöses Gedächtnis war.

 

In ihrem Vortrag Militärisches Totengedenken. Gedächtnissoziologische Überlegungen am Beispiel der Bundeswehr befasste sich Nina Leonhard (Potsdam) mit dem zeitgenössischen Erinnern an tote Soldaten. Durch den Wandel der politischen Kultur des Krieges in Deutschland werde eine neue Art des Erinnerns an deutsche Soldaten praktiziert, die bei Erfüllung ihrer Dienstpflicht ums Leben gekommen sind. Neue Formen des Gedenkens (wie der Wald der Erinnerung) dienen hierfür als Beispiele. Das modernisierte Erinnern brauche, so Leonhard, gebe eine Antwort auf die Frage: Wofür haben diese Soldaten ihr Leben gelassen, wofür haben sie ihr Opfer geleistet? Zum einen werde die funktionale Differenzierung ersichtlich, zum anderen entwickele sich eine Privatisierung des Soldatentums. Als Problem stellte Leonhard fest, dass das Gedenken an den politischen Auftrag in die Erinnerung an eine militärische Funktion umgemünzt werde, welche aber in politischer Hinsicht nur bedingt legitimierbar ist.

 

Die daran anschließende Präsentation von Ekkehard Coenen (Weimar) zu Infrastrukturen des Erinnerns und Mitsein mit den Getöteten. Wissenssoziologische Beobachtungen am Beispiel der Gedenkstätte Buchenwald drehte sich um das gewaltsame Verkürzen der Lebenszeit von KZ-Häftlingen. Das Mitsein mit den Getöteten werde durch die verschiedenen Objektivierungen des Tötens, wie z.B. Genickschussanlagen und Leichenkellern, konstituiert und sei im hohen Maße an ein Gewaltwissen und die damit zusammenhängenden kommunikativen Handlungen verknüpft. Heute können Interessensgruppen durch Eingriffe in die Infrastrukturen der Gedenkstätte auch das Mitsein mit den Opfern prägen. Infrastrukturen bilden somit die Basis, durch die das kommunikative Gedächtnis geprägt werden könne.

 

Im letzten Vortrag des dritten Panels präsentierte Carsten Heinze (Koblenz) Das Spannungsverhältnis zwischen Orten des Todes und Überlebend(den) in dokumentarischen Filmen. Bürgerkrieg und Genozide im 20. Jahrhundert. Er beschrieb den dokumentarischen Film als Erinnerungsmedium, welcher in der Lage sei, Zeitabläufe bewahren und festhalten zu können. Dokumentarische Filme seien gekennzeichnet von Aufklärung, Wissensvermittlung und eine Nicht-Fiktionalität des Materials. Als Erinnerungsmedium dienen sie dank Aufzeichnung und Speicherung und durch Interviews mit Zeitzeugen. Der dokumentarische Film, so Heinze, fungiere mithin als Spiegel von Ereignissen, die wir in der Realität aufgrund ihrer Grausamkeit nicht anschauen können bzw. wollen. Die Frage sei somit zum einen, wie man mit Bildern des Todes/des Sterbens in Dokumentarfilmen umgehen solle und zum anderen, welche Bilder auf welche Weise gezeigt werden.

 

Den zweiten Veranstaltungstag begann Nico Wettmann (Gießen) mit der Eröffnung des vierten Panels „Anfang und kein Ende“ und seiner Präsentation zu Erinnerung, Phantasmen, Vergessen. Fehl- und Totgeburten aus zeitsoziologischer Perspektive. Durch die Visualisierung des Ungeborenen in der Ultraschallaufnahme werde der Status der gegenwärtigen Identität gefestigt. Diese Sichtbarkeit führe, so Wettmann, zu einer antizipativen Aufladung der Schwangerschaft. Das Ungeborene sei diesseits von Sein und Werden. Als zeitliche Bezugsweisen nennt Wettmann die elterliche Imagination, Passivitäten von Schwangerschaften, Vergegenwärtigung des Ungeborenen, Kultivierung offener Zukünfte und Brüche in Form von Schwangerschaftsverlusten. Die Wahrnehmung eines solchen Verlustes knüpfe auf spezifische Weise an die Elternbiografie an und führe diese fort.

 

Oliver Dimbath beschäftigte sich in seinem Vortrag zur Unsterblichkeit mit Formen des kollektiven und außeralltäglichen Erinnerns an Personen und mit dem Streben, im Angedenken der Weiterlebenden zu überdauern. Die Unsterblichkeit der Seele sei insofern hochrelevant, als man sie als Erinnerungsmedium begreifen könne. Der Unsterblichkeitsglaube habe zwei Wurzeln: Erstens den auf Traum-Erinnerungen begründeten Aberglauben an ein Weiterleben der Seele und zweitens die jüngere Annahme der Individualisierung, welche Einzelne dazu ermutigt, Beiträge zur Entwicklung der Gesellschaft zu leisten – mit dem Lohn des Erinnert-Werdens. Die Unsterblichkeit im Jenseits sei hingegen als religiöse Beruhigungspille zu sehen. Unsterblichkeit biete des Weiteren, nämlich durch Vererbung, eine schwach individualisierte Hoffnung, der Betroffene könne das Gedächtnis der Nachwelt mitgestalten, in dem er Spuren hinterlässt.

 

Im finalen Panel (»Auflösen als Bewältigung des Nachlasses«) hielt Christoph Nienhaus (Bonn) einen Vortrag zu Erbschaft als Erinnerung. Rechtsnachfolge und Testierfreiheit im Spiegel der soziologischen Theorie. Die Reflexion der eigenen Sterblichkeit und das damit verbundene Verpflichtungsgefühl, das Erbe angemessen zu regeln, stehe in Verbindung mit dem Wunsch nach der Kongruenz von Selbst- und Fremdbild. Weil es Erbschaft und daran gekoppelte Erinnerungen nicht losgelöst vom Recht gebe, würde der Tod im Spiegel der Rechtssoziologie sowohl zu einem Problem der Sterbenden wie auch der Erbenden.

 

Die Tagung endete mit einer Abschlussdiskussion, an der rege teilgenommen wurde. Die Ergebnisse der Veranstaltung sollen in einem Sammelband veröffentlicht werden.


Bericht zur Tagung

»Erinnerung als Objekt«

(Berlin, Januar 2020)

 

Welche Rolle spielen Erinne­rungs­dia­man­ten im Trauer­prozess von Hin­ter­blie­benen, die sich dazu ent­schie­den haben, die Kre­ma­tions­asche ihres ver­stor­benen Ange­hö­rigen in Form einer kris­talli­nen Preziose auf­zu­be­wahren? – Das inter­dis­zi­pli­näre Team aus Thorsten Benkel, Thomas Klie und Matthias Meitzler sind dieser Frage in einem For­schungs­projekt nach­ge­gangen und haben nun ihre Ein­sichten in einem Buch ver­öffent­licht: Der Glanz des Lebens. Asche­diamant und Erinnerungs­körper (Göttingen: Vanden­hoeck & Rup­recht 2019; 240 Seiten, 20,- EUR). Am 31. Januar 2020 im wurden die For­schungs­er­gebnisse einem sach­ver­stän­digen Fach­pub­likum im Georgensaal des Evangelischen Kirchenforums in Berlin präsentiert.

 

Thorsten Benkel ging dabei zu Beginn der Frage nach, wie sich das Bild des toten Körpers durch die neuen Ent­wick­lungen in der Bestattungs­kultur verändert hat, und auf gesell­schaft­lichen Umbrüche dies zurück­geht. Matthias Meitzler thema­tisierte die zen­tralen For­schungsfragen des Projektes und stellte die metho­dischen Heran­gehens­weisen an­hand der Dyna­mik von Be­fragungs­situ­ationen im Trauer­kontext vor. Die Projekt­mit­arbeiterin Leonie Schmick­ler trug ano­nymi­sierte Passagen aus dem Inter­view­ma­terial vor. Und Thomas Klie fasste die wichtig­sten Er­kennt­nisse aus der Studie zu­sammen: die Beson­der­heit des Materials (Diamant), die vor­wie­gend weib­liche Kund­schaft und ihr Be­streben, den Edel­stein mög­lichst Tag und Nacht bei sich zu haben, die hohe Produkt­zu­frieden­heit der Diamant­besitzenden und ihr großes Selbst­be­wusst­sein, die post­mor­talen Be­lange mit dieser sehr außer­ge­wöhn­lichen Be­stattungs­form selbst in die Hand zu nehmen.

Die an­schlie­ßende Dis­kussion der an­wesen­den Fach­ver­treter berührte dann schwer­punkt­mäßig vor allem die immer noch sehr pater­na­lis­tischen Be­stattungs­ge­setze der Länder, die mit der aktu­ellen Ent­wick­lung in der Bestattungs­kultur und mit den ge­sell­schaft­lichen kur­sie­renden Wün­schen nach Auto­nomie in der Trauer nicht im Ein­klang stehen.


Bericht zur Tagung

»Rituale der Transformation«

 

Am 5. und 6. Juli 2019 haben wir an der Uni­versität Passau eine sozial­wissen­schaftliche Fach­tagung zum Thema »Rituale der Trans­formation« veran­staltet.

Vor dem Hinter­grund um­fang­reicher empirischer Studien, die in den ver­gangenen Jahren von Passau aus zum Themen­komplex Sterben, Tod und Trauer betrieben wurden, verfolgte die Tagung mit ihren insgesamt 13 Vor­trägen das Ziel, wissen­schaftl­iche und praxis­orientierte Per­spektiven zusammen­zu­bringen und aktuelle Ent­wick­lungen zu diskutieren.

 

Mit einem Vortrag über die per­for­mative Ver­waltung von Umbrüchen in der Sozial­struktur eröffnete Thorsten Benkel (Passau) die Ver­ans­taltung. Anhand von Bei­spielen aus der Forschung zeigte er auf, wie mittels spezi­fi­scher Rituale das chaotische und zer­stör­erische Ereign­is des Todes ver­han­delt und bewältigt werden kann. Im Anschluss fokus­sierte Matthias Meitzler (Passau) mit der Temperatur eine Trans­for­ma­tions­va­riable des Todes, deren (thanato-)so­zio­lo­gische Bedeut­sam­keit sich weit über die existen­zielle Frage erstreckt, wie kalt ein toter und wie warm ein lebender Körper eigentlich sein muss.

 

Michaela Thönnes (Zürich) be­leuch­tete die struk­turellen Bedingun­gen der Hospizarbeit im Ver­hältnis von Indivi­du­alisierung und Institu­tio­na­lisierung. Auch Niklas BarthKatharina Mayr und Alexander Walker (München) machten die Erkennt­nisse aus ihrer empi­rischen For­schung im Hospiz- und Palliativkontext ­zum Aus­gangs­punkt ihrer Be­trachtungen. Im Spannungs­feld von indivi­duellen und kollek­tiven Übergangs­riten sowie starren Organi­sations­routinen steht ins­be­sondere das Narrativ vom guten Sterben auf dem Prüf­stand. Ursula Engelfried-Rave (Koblenz) stellte aktuelle Zwischen­ergebnisse und Aus­sichten aus ihrem Projekt zum Thema Trauer­be­gleitung am Arbeits­platz vor. Dem Dilemma zwischen effizienter Arbeit und Mit­arbeiter­für­sorge stehen viele immer noch hilflos gegenüber, wobei eine nicht wahr­genommene Trauer gravierende Folgen für die Arbeits­moral haben kann. Nico Wettmann (Gießen)  nahm die Trans­forma­tionsarbeit von Hebammen bei pränatalen Verlusten in den Blick. Die Schwierig­keit liegt hier­bei ins­besondere im Um­gang mit der Krise, die die soziale Konstrukt­ion der Eltern­schaft durch den »Exitus um Uterus« erleidet. In einer Fall­ana­lyse zur Diamant­pressung aus Toten­asche widmete sich Thomas Klie (Rostock) der Bedeut­samkeit von Artefakten in der zeitgenössischen Sepulkralkultur.

 

Den zweiten Veranstal­tungs­tag leitete Leonie Schmickler (Passau) mit einer sozio­logischen Auseinandersetzung mit den Grenzen der Selbst­bestimmung in der Sterbe­hilfe ein. Nach einer Darstellung und Einordnung der viel­fältigen Fall­gruppen der aktiven und passiven Sterbe­hilfe wurde die Kom­plexi­tät einer juristischen, all­ge­meinen Re­ge­lung eines zutiefst intimen Lebens­bereichs exem­plarisch aufgezeigt. Frank Thieme und Susanne Stachowitz (Bochum) thematisierten Abschieds­rituale als Wider­spiegelung des sozialen Wandels, der u.a. als Plurali­sierung und Säkula­risierung seinen Ausdruck findet. Der Fried­hof als Ort der Sozial­raum­analyse, an dem sich stru­kturell und situativ diver­gie­rende Charak­teristika aus­machen lassen, stand im Fokus des Vortrags von Constanze Petrow (Geisenheim). Den privaten Raum am Grab stellte sie dem öffent­lichen Raum um das Grab herum gegenüber und beleuch­tete unter­schied­liche Handlungs­befug­nisse und Aneig­nungs­strategien. Dorothea Mladenova (Leipzig) stellte ihr Disser­tations­projekt zum Wandel der Bestattungs­kultur in Japan vor. Im Zuge der historischen Entwick­lung lassen sich ver­schiedene Stadien mit spezi­fischen Merk­malen her­vor­heben, derweil aktuell ein Trend zu einer indivi­dua­li­sierten und zu Leb­zeiten selbst organi­sierten Bestattung aus­zu­machen ist. Im Zentrum des Vortrags von Ekkehard Knopke (Weimar) standen ethno­grafische Erkun­dungen auf Bestattungs­messen. Eine »Eventisierung« sei hierbei insofern zu konsta­tieren, als die Messen als Agenda-Setter für das Thema Tod und Sterben fun­gieren und ein attraktives Image für das Sujet und die Beteiligten zu eta­blieren versuchen.

 

Mit einem visuellen Streif­zug durch das thana­tologische Unter­holz rundeten Thorsten Benkel und Matthias Meitzler die Tagung ab. Anhand von kommen­tierten Bild­material gewährten sie dem Publikum nähere Einblicke in ihre empirischen Forschungs­arbeiten und zeichneten die sozio­logische Relevanz von solchen Bereichen wie z.B. öffentliche Trauer­plätze oder Pathologie-Abteilungen in Kranken­häusern nach. Neben dem produk­tiven und trag­fähigen Dis­kurs zwischen Theorie, Metho­dologie und Praxis, der die Vielf­alt und Breite der The­matik signalisierte, machte die Tagung auch die Not­wendig­keit weiterer intensi­ver Ver­netzung und For­schung deutlich, damit insbeson­dere die Fragen nach der Ein­ordnung von digitalen Ent­wick­lungen und der Ein­beziehung der Materiali­tät am Lebens­ende bearbeitet werden können.


Bericht zur Tagung

»Körper – Wissen – Tod«

 

Am 25. und 26. Mai 2018 ver­anstal­teten wir in Zusammen­arbeit mit der Sektion Wissens­soziologie der Deutschen Gesell­schaft für Sozio­logie an der Uni­versität Passau eine sozial­wissenschaft­liche Fach­tagung zu dem Thema »Körper – Wissen – Tod«.   

 

Die zahl­reich be­suchte Veran­stalt­ung adressierte sowohl VertreterInnen aus Wissen­schaft und Praxis als auch intere­ssierte BesucherInnen und Studie­rende. Ziel war es, wissen­schaft­liche Per­spek­tiven auf gesell­schaft­liche Fragen zum Lebens­ende zu ent­werfen. Die insgesamt 16 Vorträge wurden von regem Aus­tausch und kontro­versen Debatten begleitet.

 

Den Anfang machte Thorsten Benkel (Passau), der sich der Thematik unter wissens­soziolo­gischen Vorzeichen annäherte. Mit besonderem Fokus auf Körper­lich­keit sowie u.a. am Beispiel des vergessenen Klassikers Max Scheler versuchte Benkel zu zeigen, dass das, was Tod genannt wird, immerzu das Produkt einer spezi­fischen Wissens­for­mation ist. Anschließend fokussierte Werner Schneider (Augsburg) Sterben als sozialen Prozess und entwarf eine dispositiv­analy­tische Per­spektive auf das Lebens­ende. Dabei beleuchtete er das »gute Sterben« als ein Projekt nicht nur für den Sterbenden selbst, sondern auch für die Ange­hörigen.

 

Den Tod als »Problem der Lebenden« thema­tisierte auch Matthias Meitzler (Passau) anhand des sozialen Wandels im Umgang mit Ster­benden und der Tabui­sierung des Todes. Den Aus­gangs­punkt bildeten Norbert Elias‘ Betrach­tungen über die »Ein­sam­keit der Ster­benden in unseren Tagen«, die Meitzler vor dem Hinter­grund eigener For­schungen auf ihre empirische Aktualität hin überprüfte. Zsofia Schnelbach (Passau) gab Einblicke in ihre For­schungen zur Symbol­kraft des kindl­ichen Körpers bei stiller Geburt. Hierzu führte sie Inter­views mit Eltern, deren Kind tot zur Welt gekommen ist und die somit einer Para­doxie von Begrüßung und Abschied aus­gesetzt sind. Patrick Reitinger (Bamberg) führte die Thema­tik der Schwanger­schaft in seinem Vortag zur Ver­räumlichung von Körper­lichkeit weiter fort und zeichnete den Konflikt zwischen Materia­lität bzw. Körper­lich­keit und einem juris­tischen Lebens­konstrukt nach. Anhand aufschluss­reicher Studien zur Trans­mortalität veran­schaulichte Hubert Knoblauch (Berlin) u.a, dass zwischen Anspruch und Wirklich­keit des Organ­spende­aus­weises eine Lücke klafft, die von institu­tionellen Stellen bislang aller­dings un­zureichend berück­sichtigt wird.

 

Der zweite Veranstaltungs­tag wurde von Ulrike Wohler (Hannover) eröffnet. In ihrem Vortrag beschäftigte sie sich mit der gewandelten Sicht­weise auf die Vergäng­lich­keit des Lebens. Während besonders im Mittel­alter das Vanitas-Motiv öffentlich über alle Stände hinweg bewusst ver­handelt wurde, sehen wir den Tod heute vermehrt als ein Tabu­thema. Mit einem empirischen Ansatz beleuchtete Ursula Engelfried-Rave (Koblenz) die Bedeu­tung von Trauer-Tattoos. Die Haut fungiere dabei als ein Ort der Trauer, der Trauernde ständig begleite und eine Alternative zu her­kömm­lichen Trauer­orten sein könne. Ekkehard Knopke (Weimar) demon­strierte anhand eines ethno­gra­fischen Projekts im professio­nellen Bestattungs­kontext, auf welchen Wegen Geschlecht­lichkeit in diesem Setting kommuni­kativ kon­struiert wird. Auch Katharina Mayr und Niklas Barth (München) stellten die Kommuni­kation in den Mittel­punkt ihrer Unter­suchungen zum bewussten Sterben in der multi­professio­nellen Sterbe­be­gleitung. Dem »Schlamassel des Sterbens«, wonach Sterbende die ihnen zu­gewiesene Rolle zurück­weisen, wurde eine ideale Vor­stellung vom »guten Sterben« ent­gegen­gesetzt, die kommuni­ka­tiv ver­handelt und insbesondere in der Adressierung der Sterbenden durch professionelle Akteure sichtbar werde.

 

Lea Sophia Lehner (Passau) nutzte in ihrem Vortrag die elementaren Begriffe Feld, Kapital und Habitus von Pierre Bourdieu, um auf die Ursachen für Selbst­tötung in unserer Gesell­schaft ein­zu­gehen. Der Vortrag von Miriam Sitter (Hildesheim) widmete sich der Bedeutung von himml­ischen Sinn­bildern im Kontext tröstlicher Kinder­literatur bei der Trauer­begleitung für Kinder. Isabelle Bosbach (Bochum) ordnete in ihren Aus­führungen zur Kryonik, eine Konser­vierungs­methode durch Ein­frierung, den Tod als Phase des Lebens ein und definierte ihn dadurch als Prozess, nicht als Zustand. In ihrem Vortrag zu Sterbe­konstruk­tionen im Vermittlungs­kontext legte Melanie Pierburg (Hildesheim) dar, wie der sinn­bildliche »Akt des Loslassens« als Metapher für das Sterben im Hospiz ver­handelt und dadurch zu einem erfahr­baren Gegen­stand gemacht wird.

 

Der Berliner Fotograf Patrik Budenz (Berlin) führte mit einer Bild­aus­wahl in die Thema­tik der Rechts­medizin und Leichen­auffindungs­situa­tionen ein. Ent­lang der Grenzen von Nähe und Distanz lieferte er den ZuschauerInnen ein »ästhetisches Angebot« und lud im Zwie­gespräch mit Thorsten Benkel dazu ein, sich des Komplexes Fotografie und Tod im Lichte je eigener Bilddeutungen zu öffnen. Den Abschluss der Tagung bildete der Vortrag von Ronald Hitzler (Dortmund), welcher sich mit einer Analyse der Empfindung, Erläuterung, Reflexion, Kundgabe und Deutung von Trauer beschäftigte und dabei aufzeigte, wie sich Trauer­gefühle im Kontrast zwischen subjektiven und kollektiven Empfindungen äußern.

 

Die Vielfalt der Zugänge, Methoden und Erkenntnisse, die im Rahmen der Tagung vorgestellt und lebhaft diskutiert wurden, hat zweifellos deutlich gemacht, dass die For­schung zum Lebensende mehr denn ein frucht­bares Sujet ist, das zahl­reiche Chancen zur inner- und inter­dis­zipli­nären Ver­netzung bereithält und künftig über seine rand­ständige Position innerhalb des sozial­wissen­schaft­lichen Diskurses hinaus an Bedeutung zu gewinnen verspricht. Die einzelnen Vorträge sollen in einem Tagungsband doku­men­tiert werden, der voraus­sichtlich 2020 erscheint.